Neben dem Fokus auf die Elektrifizierung der letzten Meile sucht der Hamburger Logistiker Hermes Germany nach weiteren klimafreundlichen Lösungen. Erstmals werden Sendungen auf der Schiene - grenzübergreifend von Magdeburg nach Lodz in Polen - transportiert. Auf der 625 Kilometer langen Strecke werden pro Jahr bis zu 1,3 Millionen Sendungen bewegt. Der Pilottest läuft seit 1. Juli 2022. Die ersten Transporte wurden bereits gemeinsam mit der DB Cargo AG erfolgreich durchgeführt.

 

„Ziel unseres Pilottests ist es in erster Linie, Erfahrungen mit dem Transport auf der Schiene zu sammeln und eine mögliche Skalierung auszuloten“, erklärt Andreas Schuchardt, Division Manager Transport & Operations Management bei Hermes Germany. „Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der DB Cargo AG und sind gespannt, wie sich der Zugtransport im grenzüberschreitenden Verkehr auswirkt.“
Pierre Timmermans, Vorstand Vertrieb der DB Cargo AG, ergänzt: „Die Schiene ist einer der umweltfreundlichsten Verkehrsträger und kann diesen Vorteil insbesondere auf der langen Strecke optimal ausspielen. In Kombination mit unseren Eco Solutions sind heute bereits komplett klimaneutrale Transportketten möglich, wobei wir wo möglich auf die Vermeidung von Emissionen setzen. Wir freuen uns, dass Nachhaltigkeit für Hermes eine so wichtige Rolle in der Gestaltung ihrer Logistik spielt und wir sie dabei unterstützen können.“

Einmal pro Woche wird der Transport in jede Richtung mit Wechselaufbaubrücken durchgeführt. „Auf der deutschen Seite haben wir über DB Cargo die Ökostromvariante DBeco plus gebucht, sodass wir für die komplette Strecke ca. 57 Tonnen CO2 pro Jahr und damit mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Lkw einsparen werden. Auf der polnischen Seite ist dies noch nicht realisierbar: Wir nutzen hier aber das Angebot DBeco neutral von DB Cargo und können so voraussichtlich eine CO2-Kompensation über weitere 47 Tonnen CO2 erzielen “ so Michael Peuker, Sustainability Manager bei Hermes.

Im Bereich der City-Logistik hat Hermes Germany bereits Blaupausen für eine komplett emissionsfreie Belieferung von Innenstädten - wie in Berlin, Magdeburg, Mainz und künftig auch Hamburg - geschaffen. Auf der langen Strecke sind emissionsfreie Lösungen noch nicht flächendeckend verfügbar. „Wir sind natürlich auch auf der langen Strecke sehr daran interessiert, unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern. Hier wird auch in Zukunft ein großes Augenmerk von uns liegen“, erzählt Andreas Schuchardt. „Neben dem Schienentransport setzen wir dabei u.a. auch auf E- und Wasserstoff-Lkws und schaffen so diverse emissionsarme Alternativen auf den längeren Strecken.“
Weitere mögliche innerdeutsche Schienentransporte werden - besonders im Hinblick auf die Laufzeit-Anforderungen - geprüft. Für eine etwaige Ausweitung des Schienentransports sind besonders die Erfahrungen aus dem aktuellen Pilotprojekt wichtig.

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