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Technologischer Fortschritt verändert Unternehmen und Tätigkeitsprofile in rasantem Tempo. Damit wird Weiterbildung zu einer zentralen Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und berufliche Sicherheit. Die Weiterbildungsstudie 2026 der Bitkom Akademie zeigt: Die Bedeutung von Weiterbildung ist erkannt - bei der konsequenten Umsetzung besteht weiterhin Handlungsbedarf.

 

Erstmals stellt die Weiterbildungsstudie der Bitkom Akademie die Perspektiven von Unternehmensleitungen und Berufstätigen einander gegenüber. Die grundsätzliche Einigkeit ist groß: 82 Prozent der Entscheiderinnen und Entscheider sehen Weiterbildung als zentralen Hebel für die Transformation. Gleichzeitig verstehen 85 Prozent der Berufstätigen Weiterbildung als festen Bestandteil ihrer Arbeit. Die Bereitschaft, neue Kompetenzen aufzubauen, ist also auf beiden Seiten vorhanden.

Bei den Zielen der Weiterbildungsmaßnahmen zeigen sich jedoch unterschiedliche Schwerpunkte: Während laut Führungsebene insbesondere KI-Kompetenzen (79 Prozent) und Veränderungsfähigkeit (54 Prozent) an Bedeutung gewinnen, bewerten Beschäftigte Kommunikation (93 Prozent), Selbstorganisation (93 Prozent) und fachliche Expertise (91 Prozent) als besonders wichtig für ihre berufliche Weiterbildung.

Während mehr als jede zweite Unternehmensleitung stabile oder steigende Weiterbildungsbudgets angibt (65 Prozent), berichten Beschäftigte von einem steten Rückgang: Im Vergleich zu zwei Jahren zuvor geben sie im Durchschnitt ein um 26 Prozent niedrigeres Budget an. 77 Prozent der Unternehmensleitungen bezeichnen die Weiterqualifizierung von Mitarbeitenden zudem als zentrale Maßnahme, um wachsenden Kompetenzanforderungen zu begegnen. Dabei geben in der Praxis lediglich 21 Prozent der Beschäftigten an, von der eigenen Führungskraft aktiv auf Weiterbildungsmaßnahmen angesprochen zu werden. Und nur 24 Prozent der Berufstätigen stimmen zu, über Arbeitszeitregelungen zu verfügen, die auch Zeiten für Weiterbildung berücksichtigen.

„Sowohl Unternehmensleitungen als auch Beschäftigte erkennen Weiterbildung als elementaren Hebel zur Bewältigung der steigenden Anforderungen durch die digitale Transformation. Gleichzeitig klaffen strategischer Anspruch und erlebte Praxis häufig auseinander. Weiterbildung darf nicht allein von Eigeninitiative oder den Freiräumen des Arbeitsalltags abhängen. Es braucht transparente Angebote, zugängliche Budgets und eine Unternehmenskultur, in der kontinuierliches Lernen selbstverständlich ist“, sagt Anja Olsok, Geschäftsführerin der Bitkom Servicegesellschaft mbH.

Künstliche Intelligenz rückt weiter in den Fokus von Fach- und Führungskräften. Viele Berufstätige möchten ihre KI-Kompetenzen gezielt weiter ausbauen. Zudem berichten 73 Prozent, KI-Anwendungen bei der Arbeit zu nutzen. Von ihnen haben 86 Prozent KI bereits genutzt, um etwas über ein neues Thema oder für eine neue Aufgabe zu lernen.

Dennoch bleiben klassische Lernformate und der Wunsch nach menschlicher Expertise in der Weiterbildung vorerst dominant. 84 Prozent der Berufstätigen würden für die nächste Weiterbildung eine menschliche Expertin oder einen Experten wählen. 71 Prozent der Berufstätigen, die KI bei der Arbeit nutzen, sind der Meinung, KI verführe dazu, nur Probleme zu lösen, anstatt eigene Kompetenzen aufzubauen. Und die Hälfte derjenigen, die KI zum Lernen genutzt haben zweifelt an der Korrektheit der Antworten bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Besonders unter jüngeren Beschäftigten ist darüber hinaus die Sorge vor möglichen Folgen für den eigenen Arbeitsplatz verbreitet: 38 Prozent der 16 bis 29-Jährigen befürchten, im eigenen Job durch KI ersetzt zu werden.

www.bitkom-akademie.de

News vom: 17.09.2026

Grafik: Bitkom Akademie